Praxis-Guide

Das Ende von WordPress?

Wie man mit KI 100 mal effizienter Webseiten erstellt

Ein kompakter Leitfaden von den Grundlagen bis zur fertigen Seite: Domain, WordPress, Page Builder, KI-Tools und konkrete Workflows für schnellere Umsetzung.

April 2026Von Simon Doser

WordPress ist heute weiterhin der Status quo und für viele Projekte eine solide Wahl. Gleichzeitig deuten immer mehr Praxisbeispiele darauf hin, dass KI-gestützte Workflows den klassischen Prozess Schritt für Schritt ablösen, weil Umsetzung, Iteration und Launch deutlich schneller möglich sind.

1. Grundlagen: Domain, Hosting & WordPress

Was bedeutet Domain, Hosting, Frontend und Backend? Erste Einrichtungsschritte in WordPress.

Die drei Bausteine jeder Webseite

  • Domain – Die Adresse (z. B. www.deinname.de). Sie leitet Besucher zum Hosting weiter.
  • Hosting / Speicher – Hier liegen physisch alle Dateien: HTML, Bilder, Plugins etc.
  • Frontend & Backend – Das Frontend ist das, was Besucher sehen. Das Backend erreichst du über /wp-admin – dort verwaltest du alles.

WordPress ist Open Source

WordPress ist kostenlos, der Code ist öffentlich einsehbar. Das hat einen großen Sicherheitsvorteil: Jeder kann den Code prüfen, und KI-Sicherheitstools können Schwachstellen finden. Closed-Source-Software hatte teilweise 27 Jahre alte, unentdeckte Sicherheitslücken.

Erste Schritte nach der Installation

  1. Sprache auf Deutsch umstellen (Einstellungen → Allgemein → Sprache der Website)
  2. Datumsformat auf 13.04.2026 ändern (deutsches Format)
  3. Zeitzone auf UTC+2 setzen (Mitteleuropäische Sommerzeit)
  4. Uhrzeit auf 24-Stunden-Format umstellen
Nutze zum Testen eine kostenlose Seite auf insta.wp – dort kannst du WordPress-Seiten als Vorschau bauen, ohne dass Kunden etwas sehen.

2. Seitenstruktur & Design-Feedback

Welche Seiten braucht eine gute Website und worauf kommt es bei Lesbarkeit und Führung an?

Typische Seitenstruktur

Startseite (Home)
Über uns / Über mich
Produkte / Dienstleistungen
Jobs / Karriere
Impressum (Pflicht!)
Datenschutzerklärung
Cookie-Richtlinie
Kontakt / Buchung

Design-Tipps aus der Praxis

  • 01
    Klare Botschaft – Auf den ersten Blick muss erkennbar sein, worum es geht. Keine Floskeln wie „Herzlich willkommen".
  • 02
    Lesbarkeit – Der Text muss auch bei dünner Schrift gut lesbar sein. Im Zweifel: lieber übertreiben.
  • 03
    Starkes Headerbild – Das erste Bild ist entscheidend. Panorama-Fotos (iPhone Pano-Modus) eignen sich hervorragend.
  • 04
    Promille-Test – Bei 2 Promille muss man immer noch verstehen, was die Seite will und was der nächste Schritt ist.
  • 05
    Eine Message pro Seite – Nicht zu viele verschiedene Themen auf eine Domain packen. Lieber eine zweite Domain anlegen.
  • 06
    Mobile First – 80 % der Besucher kommen über das Handy. Immer die mobile Ansicht prüfen.
Frag die KI: „Geh auf meine Internetseite [URL] und mach mir 5 Vorschläge für neue Seiten, die meine Zielgruppe abholen." – So bekommst du strategische Ideen für mehr Content.

Cookies – braucht man die?

Cookies identifizieren wiederkehrende Besucher und sind ein starkes Marketing-Tool (Retargeting). Aber: Wer Cookies nicht aktiv nutzt, sollte sie abschalten und den Nutzern ein besseres Erlebnis ohne Cookie-Banner bieten. Einige Agenturen bauen bewusst nur noch Seiten ohne Cookie-Banner.

3. Plugins & Erweiterungen

Die wichtigsten WordPress-Plugins und warum regelmäßige Updates Pflicht sind.

Plugins sind Erweiterungen für WordPress. Es gibt über 100.000 Plugins – die meisten kostenlos mit optionaler Premium-Version (Freemium). Achtet auf Bewertungen und Beliebtheit.

Empfohlene Plugins

Transparenzhinweis: Einige externe Tool-Links können Empfehlungslinks sein. Wenn du darüber buchst, kann eine Provision anfallen, ohne Mehrkosten für dich.

Weitere Plugin-Ideen

WettervorhersageGoogle RezensionenInstagram FeedGoogle Maps / AnreiseBuchungsformulareCookie-BannerBelegungskalenderNewsletter (Mailchimp)
Updates nicht vergessen! Mindestens einmal im Monat alle Plugins und WordPress selbst aktualisieren (Dashboard → Aktualisierungen). Das ist der häufigste Grund, warum Webseiten gehackt werden.

4. Page Builder: Breakdance, Elementor & Co.

Visuelle Editoren machen Webdesign zum Kinderspiel – What you see is what you get.

Page Builder ersetzen den klassischen WordPress-Editor durch eine visuelle Drag-&Drop-Oberfläche. Ihr seht sofort, wie die Seite aussieht, während ihr sie bearbeitet.

Empfohlene Page Builder

So funktioniert es

  1. WordPress-Seite erstellen (z. B. „Startseite")
  2. Auf „Edit in Breakdance" klicken
  3. Template auswählen oder leere Seite nutzen
  4. Elemente per Drag & Drop platzieren
  5. Texte, Bilder, Farben direkt im Editor ändern
  6. Desktop-/Tablet-/Smartphone-Vorschau prüfen
  7. Speichern & Veröffentlichen
Sicher arbeiten: Zuerst eine Seite duplizieren (mit Duplicate Page), dann am Duplikat arbeiten. So bleibt die Live-Seite unverändert, bis ihr zufrieden seid.

5. Live-Demo: Webseite mit KI erstellen

In wenigen Minuten eine komplette Webseite mit Claude Code: vom Briefing bis zur fertigen Seite.

In der Live-Demo wurde eine komplett neue Webseite für das Ferienhaus Thoma in Rettenberg erstellt – nur mit einer Textnachricht an Claude Code.

Was wurde gemacht

  1. Ordner auf dem Computer erstellt
  2. Claude Code die bestehende Seite analysieren lassen
  3. Per Textnachricht die Anforderungen beschrieben: modernes Design, Bilder von der alten Seite, datenschutzkonform, rote Farbe
  4. Claude Code hat eine komplette HTML-Seite erstellt – inklusive Cookie-Banner
  5. Farbe per Chat von Rot auf Grün geändert – in Sekunden

Wie kommt die Seite online?

  1. Domain und Hosting besorgen (z. B. bei Hetzner, Strato, IONOS)
  2. FTP-Zugangsdaten vom Hosting-Provider holen
  3. Mit einem FTP-Programm (z. B. CyberDuck) die HTML-Dateien hochladen
  4. Fertig – die Seite ist live!
Per Telegram-Bot oder WhatsApp könnt ihr mit eurer Webseite chatten: Texte ändern, Bilder austauschen, neue Inhalte hinzufügen – einfach per Sprachnachricht. Die Webseite wird dann automatisch aktualisiert.

6. KI-Tools & Agenten im Alltag

Notebook LM, Claude Artefakte, KI-Agenten für Marketing, Faktencheck und mehr.

Vorgestellte KI-Tools

Was KI-Agenten können

  • Mitbewerber-Analyse – Wöchentlich Instagram, Facebook und TikTok der Konkurrenz analysieren und Learnings zusammenfassen.
  • Tägliche Briefings – Jeden Morgen eine E-Mail mit offenen Projekten, Prioritäten und gestrigen Aktivitäten.
  • Live-Faktencheck – Während eines Vortrags prüft die KI alle 10 Sekunden, ob die Aussagen korrekt sind.
  • Blog per Sprachnachricht – Bilder hochladen + Sprachnachricht senden = fertiger Blogbeitrag auf der Webseite.
  • Automatische Anrufe – Der Agent kann sogar Telefonate tätigen, z. B. Pizza bestellen zur richtigen Zeit.
Kernaussage: „Früher war dein Können dein Limit. Jetzt ist dein Limit das, was du dir vorstellen kannst." – Die Idee zählt, nicht die technische Umsetzung.

7. Nächste Schritte & Ressourcen

Wie es weitergeht: Newsletter, vertiefende Inhalte und individuelle Unterstützung.

Deine nächsten Schritte

  1. KI ausprobieren – Registriere dich bei Claude oder Gemini und stelle einfach Fragen zu deiner Webseite.
  2. Branding-Dokument erstellen – Sammle alles über deine Firma in einem Dokument: Logo, Farben, Zielgruppe, Texte, Stellenanzeigen. Das ist die Grundlage für alle KI-Arbeiten.
  3. WordPress aktualisieren – Alle Plugins und WordPress selbst updaten. Backup mit UpdraftPlus machen.
  4. Notebook LM testen – Lade ein Dokument hoch und lass dir einen Podcast oder ein Quiz daraus erstellen.

Weiterlernen

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Fazit: Ist das Ende von WordPress eingeläutet?

Mein Eindruck: Ja, für viele klassische Webseiten-Projekte ist ein deutlicher Umbruch gestartet. KI-gestützte Workflows sind heute oft schneller, günstiger und in vielen Fällen sogar qualitativ besser als der traditionelle Weg über Theme, Plugin-Stack und lange Setup-Phasen.

Das bedeutet aber nicht, dass WordPress morgen verschwindet. Es bleibt stark bei bestehenden Installationen, riesigem Ökosystem, Redaktions-Workflows, SEO-Routinen und komplexen Projekten mit vielen Beteiligten.

Realistisch ist deshalb: WordPress wird kurzfristig nicht sterben, aber die Rolle verändert sich. Wer Webseiten baut, die sowohl schnell als auch zukunftssicher sein sollen, wird KI als Kernbestandteil der Umsetzung nutzen müssen.

Fragen zum Beitrag?

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