Bevor du startest
Öffne Claude oder ChatGPT und lege einen neuen Chat an, am besten in einem Bereich, in dem die KI Dokumente erstellen und speichern kann: in Claude zum Beispiel ein Projekt oder der Bereich Cowork, in ChatGPT ein Projekt.
So entstehen nach und nach drei kleine Dokumente: Mein Angebot, Meine Zielgruppe und deine Reel-Skripte. Jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf, und du musst nichts doppelt erklären.
Tipp: Sprich mit der KI, statt zu tippen. Klick im Chatfenster auf das Mikrofon und diktiere deine Antworten, oder nutze den Sprachmodus, in dem die KI dir auch antwortet. Beim Sprechen erzählst du viel natürlicher, was du anbietest und was dir wichtig ist, und die Ergebnisse werden genauer. Das ist am Anfang ungewohnt, spart aber viel Zeit. Unterwegs oder in lauter Umgebung hilft ein Headset mit Mikrofon.
Projekte und gespeicherte Dokumente funktionieren in den bezahlten Tarifen von Claude und ChatGPT am zuverlässigsten. Wenn du regelmäßig Reels planst, lohnt sich das meist.
Dein Angebot auf den Punkt bringen
Gute Reels beginnen nicht mit der Kamera, sondern mit der Frage: Was biete ich eigentlich an, und für wen? Lass dich von der KI interviewen, statt alles selbst zu formulieren.
Prompt 1 · Angebot schärfen
Hilf mir, mein Angebot klar zu beschreiben. Stelle mir nacheinander bis zu 6 Fragen, immer nur eine Frage auf einmal, zum Beispiel: - Was biete ich genau an? - Für wen ist es gedacht? - Welches Problem löse ich? - Was ist das Ergebnis für meine Kunden? - Was mache ich anders als andere? Fasse danach alles in einem kurzen Dokument „Mein Angebot“ zusammen: ein Satz zum Angebot, drei Vorteile, ein Satz, was mich besonders macht.
Gib der KI gleich den Link zu deiner Website mit. Sie liest ihn aus und stellt dir dann gezieltere Fragen. Am Ende kannst du dir das Ergebnis als Dokument oder PDF geben lassen und in den nächsten Schritten weiterverwenden.
Häufige Frage
Wir bieten sehr viel an. Womit fange ich an?
Das geht vielen so, man will ja alle Kunden bedienen. Für deine Reels entscheidest du dich trotzdem zuerst für ein Produkt oder eine Leistung. Gute Kriterien: Was bringt am meisten Umsatz? Wo habt ihr gerade freie Kapazität? Was passt zur Saison, etwa im Herbst eher Angebote für den Winter? Und was macht euch später am wenigsten Arbeit?
Wenn du unsicher bist, schildere der KI deine Lage und lass dir eine Empfehlung geben. Die anderen Angebote kommen danach dran.
Deine Zielgruppe kennenlernen
Je besser du weißt, wer zuschaut und was diese Menschen beschäftigt, desto leichter fallen dir Themen ein. Die KI macht daraus zwei greifbare Steckbriefe. Mit dem zweiten Prompt schärfst du sie nach.
Prompt 2 · Zielgruppe beschreiben
Nutze das Dokument „Mein Angebot“. Beschreibe meine Zielgruppe als zwei kurze Steckbriefe (Personas). Pro Person: Alter und Situation, größte Wünsche, größte Probleme, typische Fragen, die sie bei Google oder Instagram stellt, und Wörter, die sie selbst benutzt. Erstelle daraus das Dokument „Meine Zielgruppe“.
Prompt 2b · Zielgruppe verfeinern
Stelle mir drei Rückfragen, mit denen wir die Zielgruppe genauer machen können. Passe danach das Dokument „Meine Zielgruppe“ an und markiere, was sich geändert hat.
Häufige Frage
Warum so eng? Ich will doch auch Menschen erreichen, die noch nicht bei mir kaufen.
Die enge Zielgruppe ist dein Fokus, keine Grenze. Je klarer du weißt, wer deine besten Kunden sind, desto treffender werden Themen, Hooks und Sprache deiner Reels. Genau damit erreichst du auch neue Menschen mit denselben Fragen. Alle anderen nimmst du nebenbei mit.
Häufige Frage
Auf welcher Plattform soll ich anfangen?
Dort, wo deine Zielgruppe ist. Frag die KI direkt danach, das gehört in den Steckbrief. Als grobe Orientierung: Facebook ist erwachsen geworden und hat viele ältere Nutzer, Instagram ist stark für Inspiration, TikTok erreicht Jüngere, zum Beispiel für die Azubi-Suche, und LinkedInist für Geschäftskunden da. Mit einem Planungstool kannst du später mehrere Kanäle gleichzeitig bespielen (siehe Schritt 4).
Ideen sammeln, Skripte schreiben
Erst die Menge, dann die Auswahl: Lass dir viele Ideen geben und mach aus den besten einzelne Skripte mit Storyboard. Ersetze [X] einfach durch die Nummer der Idee, die dir gefällt.
Prompt 3 · 15 Reel-Ideen
Nutze „Mein Angebot“ und „Meine Zielgruppe“. Entwickle 15 Ideen für Reels, die echte Fragen meiner Zielgruppe beantworten. Gib sie als Tabelle aus mit: Nummer, Hook (erster Satz, maximal 8 Wörter), Kernaussage, Format (z. B. Tipp, Vorher/Nachher, Mythos, Blick hinter die Kulissen). Sortiere nach: am einfachsten umzusetzen zuerst.
Prompt 3b · Skript und Storyboard
Nimm Idee Nummer [X] und schreibe daraus ein Reel-Skript für 30 Sekunden: - Hook in den ersten 2 Sekunden - drei kurze Kernpunkte - ein klarer Abschluss mit Handlungsaufforderung Erstelle dazu ein Storyboard als Tabelle: Szene, Dauer, was man sieht, Text im Bild, was gesprochen wird. Speichere alles als Dokument „Reel [X]“.
Hook
Der erste Satz entscheidet. Du hast etwa zwei Sekunden, bevor weitergewischt wird. Eine Frage oder eine überraschende Aussage hält die Leute im Video.
Text im Bild
Viele schauen Reels ohne Ton, etwa unterwegs oder bei der Arbeit. Untertitel und kurze Texte im Bild sind deshalb Pflicht.
Klarer Abschluss
Sag am Ende, was passieren soll: kommentieren, Nachricht schreiben, Website besuchen oder Termin buchen.
Wie lang sollte ein Reel sein? Unter einer Minute. 30 Sekunden reichen für die meisten Themen.
Häufige Frage
Ich habe kaum Follower. Lohnt sich das überhaupt?
Ja, alle fangen klein an. Instagram zeigt ein neues Reel zuerst wenigen Menschen. Schauen die es bis zum Ende, wird es weiteren gezeigt, und so wächst die Reichweite Schritt für Schritt.
Wichtiger als einzelne Treffer ist Regelmäßigkeit. Drehe lieber mehrere Reels auf Vorrat und poste dann ein- bis zweimal pro Woche, statt alle paar Monate einmal. Dazu hilft echtes Engagement: Beiträge anderer Accounts liken, kommentieren und speichern macht auf dich aufmerksam.
Tipp · Reel direkt am Smartphone schneiden
Skript fertig? Dann ab in die Edits-App
Bevor es ans Gestalten und Planen geht: Wenn dein Skript steht, kannst du dein Reel direkt auf dem Smartphone drehen und schneiden. Die kostenlose App Edits von Instagram ist dafür ein guter Einstieg: Clips zusammenschneiden, Text und Untertitel einfügen, Musik dazu und fertig. Praktisch für den Anfang: Vorlagen im Stil aktueller Trends, in die du nur noch deine Clips ziehst, ein Teleprompter für längere Texte, ein Greenscreen, ein Notizbereich für Hooks und Hashtags und Statistiken, wie deine Reels laufen. Edits gibt es fürs Smartphone, es gibt aber auch eine Web-Version. Alles Wichtige dazu steht in unserem Handbuch.
Zum Edits-HandbuchMusik, Stimmen und KI: Was ist erlaubt?
Häufige Frage
Darf ich mit einem Firmenkonto die Musik von Instagram nutzen?
Meistens nein. Mit einem Unternehmenskonto ist bei Instagram nur ein Teil der Musik freigegeben. Bekannte Chart-Songs sind für Firmen in der Regel tabu. Wer sie trotzdem nutzt, riskiert, dass der Ton stummgeschaltet wird, oder im schlimmsten Fall eine Abmahnung. Ein Reel erst privat zu posten und dann im Firmenkonto zu teilen, umgeht das nicht.
Sicher bist du mit lizenzfreier Musik: aus den freigegebenen Bibliotheken der Apps, von Anbietern mit Lizenz für kommerzielle Nutzung wie Artlist oder mit KI-Musik. Prüfe bei jedem Anbieter, ob die Lizenz Social Media und Werbung abdeckt.
Selbst ausprobieren
Eigene Musik im Skill Me Now KI-Studio erstellen
Im KI-Studio erstellst du Musik, Bilder, Videos, Stimmen und fertige Social-Media-Posts mit den aktuellen KI-Modellen, alles an einem Ort. Bei der Musik siehst du zu jedem Modell, ob es „Kommerziell nutzbar“ ist. Nimm für dein Unternehmen nur diese Modelle, dann darfst du die Stücke in deinen Reels verwenden. Die Anmeldung ist kostenlos, und du bekommst bis zu 10 € Guthaben zum Testen.
KI-Studio kostenlos testenWichtig: KI-Inhalte kennzeichnen
Auch wenn du die Musik kommerziell nutzen darfst: Sie wurde mit KI erstellt. Das gilt genauso für KI-Stimmen, KI-Bilder und KI-Videos. Gib das auf den Plattformen an, bei Instagram zum Beispiel beim Hochladen in den erweiterten Einstellungen mit dem KI-Label, bei TikTok über die Angabe für KI-generierte Inhalte. Wo genau die Option sitzt, hängt von der App-Version ab.
Häufige Frage
Merkt man KI-Stimmen und KI-Bilder?
Gute KI-Stimmen, etwa von ElevenLabs, sind inzwischen kaum noch von echten zu unterscheiden. Bei Bildern kommt es darauf an, wie sorgfältig man arbeitet. Gib der KI ein klares Ziel vor, zum Beispiel „Es darf nicht nach KI aussehen“, und sag ihr offen, was dir am Ergebnis nicht gefällt.
Überleg dir außerdem, wie deine Zielgruppe auf KI reagiert. Für einen kleinen, persönlichen Laden wirken echte Menschen und echte Bilder meist besser. Eine Mischung aus beidem ist oft der beste Weg.
Gestalten in Canva, planen mit Metricool
Zum Schluss der Feinschliff: In Canva gestaltest du das Titelbild für dein Reel oder einen passenden Post, mit einer Vorlage und deinen Markenfarben. In Metricool legst du fest, wann der Beitrag erscheint, und behältst alle geplanten Beiträge im Blick. Die Texte dafür liefert dir die KI.
Prompt 4 · Titelbild-Text, Bildunterschrift, Hashtags
Schreibe für „Reel [X]“: 1. drei Varianten für den Text auf dem Titelbild (maximal 5 Wörter), 2. eine Bildunterschrift (maximal 120 Wörter) mit Frage an die Zuschauer, 3. fünf passende Hashtags.
Canva: einheitlich in deinen Farben
Leg in Canva deine Marke mit Logo und Farbpalette an. Dann passt du jede Vorlage mit einem Klick an dein Erscheinungsbild an. Das Titelbild setzt du in Edits als erstes Bild bzw. als Cover. So wirkt dein Profil mit der Zeit wie aus einem Guss.
Metricool: einmal planen, überall posten
In der Kalenderansicht planst du am besten einen ganzen Monat vor, zum Beispiel zwei bis drei Beiträge pro Woche. Einen Beitrag kannst du auf mehrere Kanäle gleichzeitig ausspielen und den Text je Plattform anpassen: kurz für TikTok, ausführlicher für YouTube. Dazu kommen Statistiken, auf Wunsch als PDF-Bericht. Für eine Marke gibt es einen kostenlosen Einstieg.
4 Tipps für bessere Ergebnisse
Bleib im selben Chat
Dann kennt die KI dein Angebot und deine Zielgruppe und du musst nichts wiederholen.
Deine Stimme zählt
Die KI liefert Entwürfe. Lies das Skript laut vor und ändere alles, was nicht nach dir klingt.
Klein anfangen
Lieber ein Reel pro Woche konsequent umsetzen als zwanzig Ideen, die liegen bleiben.
Echt vor perfekt
Je mehr KI-Inhalte es gibt, desto wichtiger wird das Persönliche. Zeig echte Menschen und echten Alltag aus deinem Unternehmen.
Social Media mit KI lernen – mit Praxis
In unserer Weiterbildung Social Media Expert arbeitest du genau so: Angebot, Zielgruppe, Content-Plan, Dreh, Schnitt und Planung, Schritt für Schritt mit KI. Bis zu 100 % förderfähig.